CSU und FDP hofieren Imam Idriz – so kam er aus der Verfassungsschutzbeobachtung heraus

Am 23. Februar hofierten der Bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder zusammen mit dem Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann den Imam Bayrambejamin „Benjamin“ Idriz in dessen Moschee in Penzberg (siehe Titelbild, Facebook-Eintrag vom „IKZ Hidaye“). Ausgerechnet Herrmann, der Idriz noch im Jahr 2010 der Lüge bezichtigte, weil jener seine hochbedenklichen Kontakte in islamistische Kreise zu Milli Görüs und den Muslimbrüdern abzustreiten versuchte.

Der Bayerische Verfassungsschutz hatte damals weit reichende Informationen und beobachtete Idriz von 2007 bis 2010. Der Mann aus einer fundamentalistischen Islam-Gemeinde im mazedonischen Skopje wurde von den Verfassungsschützern als trojanisches Pferd betrachtet, das von islamistischen Kreisen nach Deutschland eingeschleust wurde, um dazu beizutragen, dass Deutschland von innen heraus islamisiert wird.

Joachim Herrmann war damals aufgrund der Telefonüberwachung darüber informiert, dass Imam Idriz „persönlich in ständigem telefonischen Kontakt mit Spitzen dieser radikalen Organisationen“ stand. Dabei war auch von Geldquellen aus diesen Kreisen die Rede. Deswegen sei „große Vorsicht geboten„.

Die Spur von Idriz durch den islamistischen Sumpf ist lang und breit. Daher war es umso verwunderlicher, dass er ab 2011 aus der Beobachtung herausgenommen wurde. Idriz wurde regelrecht weißgewaschen, indem man ihm nahelegte, seine vielfältigen Kontakte zu verfassungsfeindlichen Islamistenkreisen nicht weiter zu pflegen. Idriz zog sich daraufhin nach außen die Tarnkappe über und wurde ab da vom Mainstream hofiert. Einen adretten Imam mit Dreitagebart, Anzug, Krawatte, scheinbar nettem Lächeln und salbungsvollen Sprüchen brauchte man für den „Dialog“, als angenehmen Kontrast zu vielen langbärtigen grimmig dreinsehenden Islamfunktionären.

Und so kamen die beiden mächtigsten Politiker Bayerns nun auch in die Islamische Gemeinde Penzberg zum „Iftar“, dem abendlichen Fastenbrechen während des Ramadan. Dies wird im Islam als eine zentrale soziale Tradition gesehen, bei der „Familien, Freunde und Gemeinden zusammenkommen„. Söder und Herrmann zählern sich offensichtlich mittlerweile dazu.

So wirken auch die Fotos, die bei diesem Treffen gemacht wurden, wie ein harmonisches Beisammensein unter Freunden. Die bosniakische „IKZ Hidaye“-Gemeinde, die gerade in Zusammenarbeit mit dem „IKRE“-Verein, der viele salafistische Kontakte pflegt, ein großes Islamzentrum in München-Sendling eröffnet hat, teilte die 33 Bilder auch freudig auf ihrer Facebookseite:

Im Text teilte Idriz mit, dass seine Islamische Gemeinde Penzberg „einen der bedeutendsten Momente ihrer Geschichte“ erlebt hätte. Der Besuch von Söder und Herrmann sei als „klares Zeichen der Anerkennung und des Respekts gegenüber muslimischem Leben in Bayern“ zu werten.

Söder habe in seiner Ansprache „die langjährige Arbeit der Islamischen Gemeinde in Penzberg und ihres Imams“ gewürdigt und das gemeinsame Fastenbrechen „als Ausdruck eines respektvollen Miteinanders in Bayern“ bezeichnet. Staat und Religionsgemeinschaften könnten „wichtige Partner in Fragen der Verantwortung und des Gemeinwohls“ sein .

Herrmann habe in seiner Rede „die Bedeutung des interreligiösen Dialogs“ hervorgehoben. Die Tatsache, dass die christliche Fastenzeit und der islamische Ramadan in diesem Jahr zeitgleich begonnen hätten, sei eine bedeutungsvolle Konstellation, die „ein starkes Signal für das friedliche Zusammenleben der Religionen“ senden würde. „Fehlendes Wissen übereinander“ schaffe häufig „Raum für Vorurteile und Intoleranz„, während offener Dialog „Verständnis und Vertrauen“ fördere. Es sei besser, miteinander statt übereinander zu sprechen.
Wenn man nicht wüsste, mit wem Söder und Herrmann da zusammensaßen, könnte man fast feuchte Augen bei solchen Aussagen bekommen:
„Zusammen Bräuche zu teilen, aufeinander zuzugehen und Gemeinschaft bewusst zu leben – das sind die stärksten Brücken, die wir bauen können.“ 
Nun, Wissen über den Politischen Islam und seine Funktionäre schafft die Grundlage für fundierte Urteile, die sich zu Imam Idriz über all die Jahre immer wieder bestätigten. Der Iman aus Mazedonien kann sich wie ein Chamäleon verwandeln und spielt bei solchen „Dialog“-Treffen den sanften, moderaten und modern eingestellten Geistlichen. Dann entdeckt man ihn aber immer wieder auf Internetseiten von fundamental orientierten Glaubensgenossen, hauptsächlich vom Balkan. So nahm er 2020 an einer Konferenz in der „Husein Dozo“-Moschee der bosniakischen „Dzemat Ingolstadt“-Gemeinde teil, benannt nach dem moslemischen Waffen-SS-Sturmbannführer, wie auf deren Facebook-Seite zu sehen war:
Idriz sang dort vor dem Namen dieses eifrigen National-Sozialisten und Antisemiten nationalistische bosniakische Lieder mit:
Husein Dozo war als Waffen-SS-Sturmbannführer ein glühender Fan des National-Sozialismus, bis zuletzt ein scharfer Antisemit und Befürworter des Djihad gegen Israel:
Die Teilnahme von Idriz an dieser Konferenz ist umso schwerwiegender, da er vom damaligen FOCUS-Redakteur Alexander Kissler bereits 2010 mit der Nazi-Vergangenheit dieses Husein Dozo und dessen antisemitischen Aktiviäten auch lange nach dem Krieg konfrontiert wurde. Aber all das scheint Idriz nicht zu stören, wenn er sich mit seinen bosniakischen Hardliner-Freunden trifft.
Idriz taucht auch immer wieder zusammen mit Imam Sulejman Colakovic auf, dem Haupt-Imam der „IKRE München“-Gemeinde, die nachweislich viele Verbindungen in die salafistische und islamistische Szene hat. So traf sich Colakovic im März 2016 in Medina mit Muhammed Porca, der als ein Urgestein der österreichischen Salafisten-Szene mit jahrelangen Kontakten zu radikalen Islamisten bis hin zu Terroristen gilt.
Zuletzt waren Idriz und Colakovic am 24. Februar gemeinsam bei einem Iftar mit der IGBD, der Islamischen Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland, wie Idriz selber auf seiner Fcaebookseite dokumentiert:
Colakovic teilte auf Facebook und Instagram mehrfach Aussagen des radikalen Gelehrten Ibn Taymiyya, der nicht nur für Al-Qaida-Chef Osama bin Laden ideologische Leitlinien lieferte, sondern bis heute Vorbild für viele Djihadisten ist. Außerdem postet Colakovic Aussagen von Yussuf al-Qaradi, der als zentraler Gelehrter der Muslimbruderschaft gilt, Selbstmordanschläge in seinen Fatwas für erlaubt erklärte und den Holocaust als „Allahs Weise der verheerenden Rache“ an den Juden glorifizierte. Colakovic brachte auch Zitate des saudi-arabischen Geistlichen Scheich Abdul Aziz al-Tarifi, der aufgrund seiner radikalen Islam-Auslegung mit Gewalt-Befürwortung selbst in Saudi-Arabien seit zehn Jahren in Haft ist.
Über diesen Colakovic schreibt Idriz anlässlich dieses Treffens am 24. Februar:
Gastgeber dieses Ramadan-Treffens war die Jamaat IKRE München unter der Leitung von Imam Sulejman-ef. Čolaković, der sich – sowohl im Namen des Gastgebers als auch im Namen der Majlis – kurz an die Anwesenden wandte. Bei dieser Gelegenheit hieß er die Gäste willkommen und betonte die Bedeutung solcher Zusammenkünfte für die Stärkung der gegenseitigen Zusammenarbeit, der Einheit und der brüderlichen Beziehungen zwischen den Jamaats.
Auch in der Ingolstädter Dozo-Moschee trafen Idriz und Colakovic mehrfach zusammen:
Hier hält Idriz zusammen mit Colakovic in der Moschee der „IKRE“-Gemeinde München gemeinsam ein Dokument:
Die Bürgerbewegung PAX EUROPA informiert und warnt seit mittlerweile 16 Jahren eindringlich vor Imam Idriz und seinen extremistischen Kontakten, aber dies scheint kaum jemandem in den Reihen der etablierten Politik und bei den Mainstream-Medien zu interessieren. Einzig die „WELT“ hat nach diesem empörenden Besuch von Söder und Herrmann in Penzberg einen kritischen Kommentar von Redakteur Frederik Schindler unter dem Titel „Auch die Union pflegt einen naiven Umgang mit dem politischen Islam“ veröffentlicht. Darin zeigt er auch auf, wie es kommen konnte, dass Idriz 2011 plötzlich aus dem Bayerischen Verfassungsschutzbericht verschwunden war:
Bayerns Landesamt für Verfassungsschutz hatte Idriz’ Gemeinde in den Jahren 2007 bis 2010 im jährlichen Bericht erwähnt. Die Verbindungen zum Islamismus seien „durch eine Vielzahl schriftlicher Dokumente belegt“, hieß es etwa im Bericht für das Jahr 2009. Eine Klage gegen die Erwähnung lehnte das Verwaltungsgericht München 2010 ab. Die CSU-Politiker wussten also, auf wen sie sich einlassen.

Obwohl der Inlandsnachrichtendienst vor Gericht gewann, wird die Islamische Gemeinde Penzberg seitdem nicht mehr im jährlichen Bericht genannt. Dies hat offenbar maßgeblich mit der damaligen Bundesjustizministerin und bayerischen FDP-Vorsitzenden Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu tun, zeigen Recherchen des Journalisten Sascha Adamek.

Am Tag der Veröffentlichung des bayerischen Verfassungsschutzberichts im März 2010 hatte Leutheusser-Schnarrenberger die Penzberger Moschee besucht. Die Vorwürfe des Verfassungsschutzes träfen ihrer Einschätzung nach nicht zu, sie werde „auf politischer Ebene gegenhalten“, sagte sie damals. In der bayerischen Staatsregierung saßen damals zwei FDP-Minister. 

Dies geht aus Adameks Buch „Unterwanderung – Der politische Islam weiter auf dem Vormarsch“ hervor, das in der übernächsten Woche im Langenmüller Verlag erscheint und WELT vorab vorliegt. „Aus Kreisen bayerischer Sicherheitsbehörden ist zu hören, dass das Verhalten der Staatsregierung damals große Frustration auslöste“, heißt es darin. „Das Thema Idriz, so heißt es, sei plötzlich wie eine ‚heiße Kartoffel‘ behandelt worden, der politische Druck sei evident gewesen.“

Die damalige Bundesjustizministerin scheint also, auch unter Zuhilfenahme des Druckmittels von zwei FDP-Ministern in der damaligen Bayerischen Regierung, maßgeblich dafür verantwortlich gewesen zu sein, dass Imam Idriz aus der Verfassungsschutzbeobachtung genommen und anschließend für den Mainstream hoffähig gemacht wurde. Die damalige Parlamentarische Staatssekretärin im Auswärtigen Amt , Cornelia Piper, frühere stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende, stärkte Idriz und seinem Projekt eines Europäischen Islamzentrums in München in dieser Zeit ebenfalls den Rücken, indem sie dies, wohl auch im Hinblick auf den damaligen Großsponsor Katar, als „im nationalen Interesse liegend“ bezeichnete. Ein Anwalt aus den Reihen der FDP, der ehemalige Bundestagsabgeordnete und Fraktionsgeschäftsführer in Bayern, Hildebrecht Braun, unterstützt Imam Idriz seit damals.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger trat in den folgenden Jahren zusammen mit der FDP immer wieder als Förderin von Imam Idriz in Erscheinung. Auch bei der hoch umstrittenenen Verleihung des Thomas-Dehler-Preises dieser FDP-nahen Stiftung an Idriz am 29. Oktober 2025. Hier ein Foto von der Internetseite der Islamischen Gemeinde Penzberg:

Leutheusser-Schnarrenberger hielt auch eine völlig unkritische Laudatio an Idriz. Im Artikel der Süddeutschen Zeitung kommt ihre Nähe zu diesem Imam gut zum Ausdruck:

Es gibt Anlaß zru Hoffnung, dass mittlerweile nicht mehr alle im Mainstream ihren Kopf meterdick in den Sand stecken, wenn es um diesen Imam geht. Immerhin regte sich angesichts dieser skandalösen Verleihung des Thomas-Dehler-Preise völlig berechtigte Kritik, vor allem wegen übler Aussagen von Idriz zum Israel-Gaza-Konflikt.

Aber die damalige Bundesjustizministerin ignorierte alle schon damals auf der Hand liegenden Fakten. Auch BPE-Vertreter informierten sie bei der Veranstaltung „Islam in Europa“ am Gymnasium Geretsried Ende November 2010 über die extremistischen Verbindungen und die hochbedenkliche Vergangenheit von Imam Idriz:

Sie nahm das alles zur Kenntnis, ohne daraus Konsequenzen zu ziehen. Ganz im Gegenteil – sie ließ sich in ihrem unerklärlichen Islam-Appeasement nicht stören. Bei dieser Veranstaltung in Geretsried lauschte sie auch geradezu andächtig dem Vorbeten des langbärtigen Islam-Funktionärs Abu Adam alias Hesham S., dem Imam der „Darul Quran“-Moschee in München:

Kurz darauf wurde dieser Abu Adam, verheiratet mit vier Ehefrauen, mit ihnen 15 Kinder, als „Prügel-Imam“ und Terror-Unterstützer bekannt.

Von ihm ließ sich die damalige Bundesjustizministerin genauso täuschen wie von „Benjamin“ Idriz. Der Bayerische Innenminister spricht sogar schon von „Verbundenheit“ in Bezug auf Imam Idriz:

 

2010 war das noch ganz anders, als der Merkur darüber berichtete, wie Herrmann Idriz ganz klar der Lüge bezichtigte, was dessen extremistische Verbindungen betraf:

Der Spiegel sah einen Imam „im Zwielicht“ und „mit seltsamen Verbindungen“:

Bei Idriz fängt die Täuschung schon bei seinem Vornamen an, den er sich zulegte, um sympathischer zu wirken. Er heißt gar nicht „Benjamin“, sondern eigentlich „Bayrambejamin“. Das klingt aber in westlichen Ohren nicht so nett, daher der Wechsel zu diesem „Künstler“-Namen. Und Dialog-Partnern erzählt der „liebe Benjamin“ auch all das, was sie hören wollen. Was er wirklich denkt, ist in der Vergangenheit deutlich nachweisbar und zeigt sich auch daran, mit wem er sich bis heute in seinen fundamentalistischen Kreisen trifft.

Es ist schlicht und ergreifend verhängnisvoll, wie etablierte Parteien und Politiker dem Politischen Islam und seinen Funktionären mit ihrem unkritischen Hofieren den Weg ebnen.

Dies kann nur noch mit dem opportunistischen Schielen auf das rasch wachsende moslemische potentielle Wählerklientel erklärt werden. Der Bayerische Ministerpräsident erklärt sich gar solidarisch mit Imam Idriz und stellt sich „Anfeindungen“ gegen ihn, also auch faktisch fundierter und mehr als berechtigter Kritik, entgegen:

In dem Artikel „Fastenrechen mit Söder“ des Gelben Blattes offenbart der Bayerische Ministerpräsident katastrophale Fehleinschätzungen, indem er bei der Gewaltanwendung von Islamisten von“Missbrauch der Religion“ spricht, dies auch noch mit dem Christentum vergleicht und dann sogar den Ukraine-Konflikt allen Ernstes als „Krieg von Christen zu Christen“ bezeichnet:

In seiner weiteren kurzen Rede zwischen zwei Essensgängen sprach er weiterhin vom Missbrauch der Religion, den es auch bei den Christen gegeben hätte. Es sei kein einfacher Prozess, sich davon abzugrenzen, so Söder weiter. Es gebe sehr unterschiedliche Motive für Gewalt, ließ Söder einer Interpretation Spielraum, um dann den Blick erneut auf andere Religionen zu lenken: „Der Krieg in Europa ist ein Krieg von Christen zu Christen.

Zum Schluss bleibt noch anzumerken, dass Imam Idriz seinen Traum von einer Zentralmoschee in München noch nicht aufgegeben hat:

Wie auch in seinen im Plauderton gehaltenen Büchern beeindruckte der als Brückenbauer bezeichnete Idriz sein nichtmuslimisches Publikum mit seiner aufgeschlossenen Haltung. Immer wieder betonte er, wie wichtig es sei, Vertrauen aufzubauen und Orte der Begegnung aller Menschen unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit und Weltanschauung zu schaffen. „In der Landeshauptstadt fehlt eine solche Einrichtung wie diese“, trug der Imama erneut seinen Wunsch nach dem Bau einer Moschee in München vor.

Man darf auf die weiteren Entwicklungen gespannt sein. Womöglich unterstützen Söder und Herrmann diese Pläne, so dass demnächst wieder von einem „Zentrum für Islam in Europa“ zu hören sein wird..

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